Mai

Zehnte Woche

Heute waren wir wieder draußen. Wir sind als erstes zur Gleimoase gelaufen. Schon auf dem
Weg dorthin haben wir viele, viele Pusteblumen gesammelt und uns was gewünscht.

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An der Gleimoase haben uns Dunja und Holger von deren Geschichte erzählt – wie sie ein ganz ruhiger Ort war, als hier noch die Mauer stand, wie sie dann zuwuchs, nachdem die Mauer weg war und wie Dunja und Holger die Figuren aus Metall wieder freigelegt haben.

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Dann ging es in ein Haus um die Ecke. Wir sind mit dem Fahrstul bis nach oben zur Dachterasse gefahren. Zwei der Bewohnerinnen, Karin und Anne, haben uns von diesem seniroengerechten  Haus erzählt. Hier wohnen viele Leute über 60ig.
Die Dachterasse wird von Anne und Karin bepflanzt. Es gibt ein Insektenhotel, einen Zwillingsbaum und der Blick von hier oben ist atemberaubend.

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Von da aus ging’s zurück Richtung Schule. Sozusagen direkt vor unserer Haustür gibt es Pflanzkübel. Barbara und ihre Freundin haben einen in Pflege, andere werden von anderen Anwohnern, von den Mietern ringsherum, bepflanzt und gepflegt, aber auch von den Kindern aus der Vineta-GS.

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Neunte Woche

Heute hat es auch erst geregnet. Trotzdem sind wir los, um die Umschläge zu suchen. Dann wurde es besser mit dem Wetter und wir konnten an der blauen Rutsche ein tolles Spiel spielen – Familie Nippeldippel. Wir haben geschrien vor Spaß. Nebenbei haben wir ein bisschen darüber erfahren, wie es ist, wenn eine Familie durch den Bau der Mauer getrennt wird – Oma, Opa, Tante und Dackel Nippeldippel lebten in Westberlin und der Rest der Familie Nippeldippel in Ostberlin.

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Danach führten uns  gelbe und grüne Kreidepfeile zum Familienzentrum. Holger und Dunja und zwei Zeitzeuginnen warteten bereits auf uns. Sie beantworteten unsere Fragen zur Berliner Mauer und den Brunnenkiez und schilderten uns ihre ganz persönlichen Erlebnisse. Und das hat diesen Nachmittag so besonders gemacht, ihre Geschichten, Gefühle und persönlichen Schicksale. Die Mauer war wirklich da.

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Achte Woche

Heute war Dauerregen, aber wir sind trotzdem zum Mauerpark gegangen. Letzte Woche haben wir ja schon einiges über den Bau der Mauer und die Fluchtversuche der Leute an der Bernauer Strasse gesehen und gehört. Nun haben wir selbst experimentiert, wie schwierig es gewesen sein muss, wenn Oma Müller auf der Westberliner Seite versucht hat, mit der Tochter Gisela auf der Ostseite zu sprechen – über die Mauer weg. Man konnte sich ja verabreden, schliesslich gab es an der Westseite die Winketürme. Aber die Distanz war doch gross.

Unser Experiment ging so: Die meisten Kinder stellen sich in der Mitte in einer Reihe auf. Sie sind die Mauer und machen ganz viel Lärm. Zwei andere Kinder stehen jeweils ost und west von der Mauer und versuchen, sich über den Lärm hinweg etwas zuzurufen. Zwei mal hats geklappt, zwei mal nicht.

Danach haben wir uns mit Sylvio vom Mauersegler getroffen. Der hat auch mal in Ostberlin gewohnt, aber heute betreibt er Cafe und Veranstaltungsort mitten auf dem alten Grenzstreifen im Mauerpark, wo die Leute heute gemeinsam Parties feiern können statt durch grauen Beton getrennt zu sein. Er hat viele Fotos gesammelt die z.B. zeigen wie die Leute versucht haben, unter dem heutigen Park hindurch Tunnel zu graben. Ein paar haben es geschafft vom heutigen Mauersegler bis zum Haus Eberswalder/ Oderberger Strasse zu buddeln, aber dann hatte sie jemand verraten und sie wurden verhaftet – grad als sie im ostberliner Keller die Köpfe aus dem Tunnel steckten.

Dann haben wir trotz Regen noch ein paar Umschläge gesucht und sind im Dreibeinlauf an der alten hinteren Grenzmauer entlang gerannt. Heute machen da die Leute Graffitis. Wir sind mal gespannt, wie der Park aussehen wird, wenn die Bauarbeiten fertig sind, dann wird er nämlich noch breiter sein und grüner.

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